Mittwoch, 19. Oktober 2016

Nach dem Sozialpraktikum

Unsere Auszubildenden Saskia Jesumann und
Daniel Fietsch mit einer Bewohnerin des
Diakoniezentrum "Bethesda"
Hallo liebe Leser, 
die ersten drei Wochen Schule im dritten Lehrjahr sind geschafft und nun folgte unser Praktikum im Diakoniezentrum "Bethesda". 
Meine Vorstellungen und Erwartungen an dieses Sozialpraktikum? – alte Leute spazieren fahren, Mensch-ärger-dich-nicht mit ihnen zocken oder "Sturm der Liebe" schauen. Aber es kam ganz anders…. Als ich am ersten Tag ankam, waren die Schwestern schon fleißig am Waschen. Zunächst habe ich mich daneben gestellt und zugeschaut wie so etwas gemacht wird und auf was man achten muss. Es ist sehr ungewohnt Menschen beim Waschen, also der eigenen Körperpflege, zu helfen oder zuzuschauen. Einige können sich gar nicht mehr selber waschen, da sie vieles durcheinander bringen würden oder da sie sich selber nur noch schlecht bewegen können. In solchen Fällen waschen die Schwestern die Bewohner. Von dem Anblick war ich nicht wirklich überrascht, da ich schon mal ein Praktikum im Krankenhaus gemacht habe und da das gleiche sah, auch dort musste den Kranken beim Waschen geholfen werden. Schon in meiner ersten Woche habe ich mich im Bethesda gut eingelebt. Meine Schicht ging immer von um sieben bis halb vier. Außer an drei Tagen, da hatte ich eine Spätschicht weil ich diese auch mal machen wollte. Ansonsten bin ich um sieben Uhr früh gekommen, habe zwei Bewohnern, die noch gut zu Fuß waren, beim Anziehen geholfen und habe danach einigen Mitbewohnern das Frühstück gereicht. Ab um neun habe ich dann geholfen, die Bewohner zur Andacht zu fahren. Es war von Montag bis Freitag von halb zehn bis zehn Uhr Andacht und jeden Sonntag war Gottesdienst. Da bin ich mit einer Betreuerin die Wohnbereiche abgelaufen und habe die Bewohner zur Andacht gefahren. Anschließend, halb zehn, machten wir Frühstück. Ab halb elf saß ich mit in der Betreuungsrunde. In der Betreuungsrunde wurden die Bewohner in einen Kreis gesetzt, dann haben diese erst einen Becher Saft bekommen und dann haben wir kleine Rätsel gemacht. In der dritten Woche durfte ich die Betreuungsrunde alleine durchführen. Dabei musste ich aufpassen, dass ich laut und deutlich rede, da einige schwerhörig sind. Ab um elf sind wir mit den Bewohnern noch einmal auf die Toilette gegangen. Ich musste den Bewohnern aber nicht auf der Toilette helfen, ich habe die Leute nur zur Toilette hingebracht und übergab sie dann der Schwester an der Türschwelle. :) 
Halb zwölf gab es dann Mittag und danach brachten wir alle zu Bett damit die Bewohner einen Mittagsschlaf machen konnten. Eine Dame wollte fast nie Mittagsschlaf machen und rollte immer mit ihrem Rollstuhl in den Gängen herum. Um zwei haben wir wieder alle geweckt, anschließend gab es Kaffee und danach war ich ein bisschen spazieren mit Rollstuhlfahrern. Mit einem Herrn habe ich mich immer köstlich über die Arbeit und das Leben früher unterhalten und wie er ins Altersheim kam. Jeder Tag war aber immer abwechslungsreich, erschreckend, aber auch lustig. 

Einmal wurde ich als Klugscheißer bezeichnet. Ich dachte ich höre nicht richtig. Eine Bewohnerin sagte mir zum Mittag, dass sie schon eine Portion gegessen habe und keinen Hunger mehr hat. Da sagte ich ihr, dass noch keiner Essen bekommen hat und sie auch nicht und dass dies ihre erste Portion sei. Auf einmal fiel das Wort "Klugscheißer" und was mir einfiele sie bloßzustellen. Mit so einer Anschuldigung muss man in diesem Moment umgehen können. Manchmal war es schon ziemlich lustig, aber es kam auch vor, dass manche Bewohner vergessen haben, warum sie auf der Toilette sitzen. In solchen Fällen musste ich immer ein bisschen an meine Eltern denken. Was ist nur, wenn meine Eltern auch alles vergessen? Muss ich sie auch einmal in ein Altenheim geben? Alles Fragen, über die ich mir noch nie den Kopf zerbrochen habe. 
Der Schreibtisch voll Arbeit - nach drei Wochen
Praktikum sieht der Arbeitsplatz von Sarah so aus...
In der Zeit im Diakoniezentrum habe ich viel gelernt. Zum Beispiel, dass man jeden Moment mit der Familie auskosten und genießen sollte. Vielleicht auch Videos machen, in denen man sinnloses Zeug redet oder einfach nur rumalbert, denn wenn die Eltern wirklich einmal dement werden sollten, kann man sich immer wieder die Videos mit ihnen zusammen ansehen und drüber lachen. 
Nun bin ich wieder in der Bank und einige Erfahrungen reicher. Leider war ich nur drei Wochen im Altenheim, da es in der vierten Woche in der Bank viel zu viel zu tun gab und ich als Aushilfe einspringen musste.
Mein Fazit nach den drei Wochen im Altenheim: es hat sehr viel Spaß gemacht und es war ein toller Einblick in diesen Beruf, aber trotzdem möchte ich lieber an meinem Bürotisch bleiben. Wenn ihr Fragen zu unserem Sozialpraktikum habt, schreibt mir gerne eine Nachricht.

Bis bald, eure Sarah

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Der erste Tag im Diakoniezentrum „Bethesda“

Hallo liebe Blogleser und Blogleserinnen,

im 3. Lehrjahr ist neben der Ausbildung meines Berufes zum Fachinformatiker für Systemintegration auch ein vierwöchiges Praktikum im Diakoniezentrum "Bethesda" in Eisenberg Bestandteil. Schon die Erfahrungen des ersten Tages haben mich ziemlich fasziniert und ich bekam ein recht gutes Bild über den Beruf eines Altenpflegers. Diesen ersten Eindruck möchte ich gerne mit euch teilen:
Der Tag beginnt und ich mache mich auf den Weg zum Diakoniezentrum. Anders als in der Volksbank Eisenberg gibt es hier eine Einteilung in drei Arbeitsschichten. Die Frühschicht fängt schon etwa 6:00 Uhr an, währenddessen die Mittelschicht ab 14:00 Uhr anfängt und die Nachtschicht ab 18:00 Uhr beginnt.

Ich, Bastian, Saskia und Sarah werden auf jeweils verschiedenen Etagen eingeteilt. Mein Arbeitsbereich ist die zweite Etage und dort lerne ich etwa fünf bis sechs Mitarbeiter kennen. Kaum sind wir Azubis angekommen, beginnen schon unsere eigentlichen Arbeitsroutinen. Wir beziehen die Betten und helfen vielen Heimbewohnern sich fortzubewegen, in dem wir sie mit dem Rollstuhl oder mit dem Rollator zum Speiseraum oder zu ihrem eigenen Aufenthaltsraum begleiten. Im Mitarbeiterteam „duzen“ wir uns immer, jedoch sollen wir die Bewohner des Altenheims immer „siezen“, da wir noch unbekannte Personen für sie sind.
Ich habe mittlerweile die Mitarbeiter alle schon kennengelernt und mich mit der Umgebung vertraut gemacht. Die Zeit verfliegt sehr schnell, da viele Tätigkeiten ihre Zeit brauchen. Einige der Pflegebedürftigen sind nicht fähig aufzustehen, daher wird ihnen das Essen gebracht. Am Nachmittag bei Kaffee und Kuchen sind es dann wieder die gleichen Pflegemaßnahmen, nämlich das Essen geben und das Begleiten einzelner Personen im Rollstuhl.
Doch auch andere Aktivitäten, wie zum Beispiel Wäsche waschen, Wäsche aussortieren, Versorgung der einzelnen Räume mit ausreichend Wasser oder das Geschirr zur Küchen bringen, sind notwendig und gehören zu meinem Alltag hier im Diakoniezentrum.
Mein Fazit des ersten Tages: Es ist sehr anstrengend und meine ursprüngliche Meinung, der Beruf des Altenpflegers sei recht einfach, hat sich grundlegend geändert. Man sollte diesen Beruf niemals unterschätzen! Ich für mich habe schnell festgestellt, dass ich für diesen Berufszweig nicht geschaffen bin, da mir der intensive Umgang mit pflegebedürftigen Menschen einfach nicht liegt. Da bin ich doch eher der Techniker.
Ich bin gespannt, wie es weitergeht und was ich noch alles dazu lernen werde.

Grüße, euer Daniel.

Dienstag, 11. Oktober 2016

Über's Lernen und Leistungskontrolle schreiben:

Hallo Ihr Lieben, 
jetzt geht es noch einmal in die letzte Runde...wir sind drittes Lehrjahr und nächstes Jahr kommen die Prüfungen. Wir haben jetzt noch eine Woche Schule von insgesamt drei Wochen. Wir haben jetzt das Fach für Auslandsgeschäfte dazu bekommen und schreiben wieder fleißig Kontrollen. Ganz besonders aufgeregt war ich auf die Kontrolle in Rechnungswesen. Da haben wir zur Zeit Kosten- Erlösrechnung. Da vergleichen wir Zinssätze, denn unsere Kunden legen bei uns Gelder an. Damit die Bank keine Verluste macht, legt sie die Gelder am Kapitalmarkt zu besseren Zinsen an und um das zu erreichen müssen der Tagegeld-Zinssatz, Kundenzinssatz und Alternativzinssatz verglichen werden. Aber um auf das richtige Ergebnis zu kommen, muss man auch die richtigen Zinssätze vergleichen und wenn man einen Fehler macht, zieht der sich durch die ganzen Aufgaben.... Ich lernte also die Formeln alle auswendig. 
Als dann Frau Heiland, meine Lehrerin, am nächsten Tag die Leistungskontrolle austeilte, dachte ich, ich sehe nicht richtig: sieben Seiten voller Aufgaben und das in 45 Minuten. Ich musste mich also beeilen und das hieß, es würden sich Fehler einschleichen. Also hatte ich schon so gut wie verloren. Ich rechnete gleich los wie ein Weltmeister und nach einer halben Stunde schrieb unsere Lehrerin an die Tafel, dass sie nur bis Seite fünf bewerten wird. Ich habe dreimal nachgezählt, ob ich schon auf Seite fünf war und.....ja, war ich :) Ich hatte nur Angst, dass ich in meiner ganzen Hektik nicht bis fünf zählen kann. :D Seite sechs und Seite sieben waren dann Zusatzpunkte. Ich hatte jetzt also noch Zeit um die Aufgaben von Seite eins bis fünf noch einmal zu kontrollieren oder mir ein paar Zusatzpunkte zu holen. Ich entschied mich für die 2. Möglichkeit. Und dann hieß es die LK abgeben und zwei Tage warten. :/ Ich hatte ein richtiges gutes Gefühl, aber nachdem ich mich mit meinen Mitschülern unterhielt, war ich mir auf einmal mega unsicher. Diese Wartezeit ist einfach nur unerträglich. Und dann kam endlich der Tag, als wir unsere LK's wieder bekommen haben. Und unsere Lehrerin laß erst die ganzen einsen und zweien vor und nein, leider war ich nicht mit dabei. Also habe ich schon abgeschrieben. Mittendrinnen sagte sie dann: "Ach, Sarah hat auch noch eine eins!" Ich habe mich einfach nur gefreut. So kann das ganze Schuljahr weitergehen. 
Also dann trete ich noch die letzte Schulwoche an und wünsche euch noch sonnige Tage :). 
Bis bald, eure Sarah

Mittwoch, 5. Oktober 2016

In den Spreewald zu den Gurken

Hallo liebe Blog-Leser,
vor etwa vier Wochen, am Freitag den 3. September, war es soweit. Unser Azubi-Projekt ist endlich zum Abschluss gekommen. Aber erst mal zum Anfang dieser Geschichte. Letztes Jahr hatte unsere Ausbildungsbeauftragte für das ServiceCenter, Silvana Schlicht, ein Seminar für Ausbildungsbeauftragte absolviert. Danach kam Sie mit vielen neuen Ideen zurück. Darunter auch, dass die Auszubildenden die Organisation des Betriebsausfluges übernehmen könnten. Lange Rede kurzer Sinn, das Azubi Projekt 2016 hieß nun "Betriebsausflug". Die erste Phase war die Ideenfindung. Jeder Azubi hatte sich Gedanken gemacht, was wir unternehmen könnten. Dabei kamen spannende Ideen zusammen, wie zum Beispiel ein Musicalbesuch, eine Fahrt mit einer historischen Eisenbahn, eine Bauernolympiade und eine Kahnfahrt im Spreewald. Diese Ideen mussten nun erst mal auf ihre Realisierbarkeit geprüft werden. Das heißt wir prüften, ob sie mit unserem Budget und mit unserer Zeit kompatibel sind. Natürlich war auch sehr wichtig, dass die Ausflüge für alle unsere Mitarbeiter ansprechend sind. Nach dieser langen Phase kamen wir zu dem Entschluss, dass der Ausflug in den Spreewald am Besten umzusetzen ist. Die zweite Phase war dann die Organisation: Erst wenn man selbst mal einen Ausflug für ca. 50 Personen organisiert hat, merkt man, was alles hinter so einer Planung steckt. 

Für unsere Kahnfahrt kontaktierten wir den Tourismusverband Spreewald, der uns bei der Planung sehr behilflich war. Sie vermittelten uns die Kahnfahrt. Nach der Kahnfahrt wollten wir natürlich auch noch zusammen Essen gehen. Das war selbst für den Tourismusverband schwierig eine Location für ca. 50 Leute zu finden. Doch auch das war möglich und wir konnten uns auf unsere Partner aus dem Spreewald verlassen. Natürlich mussten wir auch irgendwie in den Spreewald kommen. Also mussten wir uns auch um ein Busunternehmen kümmern, um den Transfer in den Spreewald sicher zu stellen. Aber auch noch viele Kleinigkeiten, wie die Planung der Versorgung im Bus mit kleinen Leckereien und Getränken, darf man dabei nicht vergessen. Die dritte Phase war dann die Durchführung unseres Ausfluges. Wir durften die Bank vom Chef aus sogar mal eine halbe Stunde eher als sonst schließen und sind danach vom Busbahnhof mit dem Busunternehmen Schröder Richtung Spreewald gefahren. Zwei Staus machten uns dabei etwas das Leben schwer, aber man konnte es im Bus bei guter Stimmung und Verpflegung aushalten. Als wir dann ankamen, starteten wir unseren zweistündigen Ausflug durch den idyllischen Spreewald von Lübbenau nach Lehde. Bei einer interessanten Fahrt genossen wir auch das ein oder andere Kaltgetränk und wurden sogar mit spreewaldtypischen Speisen wie der Spreewaldgurke oder der Schmalzstulle versorgt. Nach dem die lustige Fahrt ihr Ende in Lübbenau gefunden hatte, ging es nach einem kurzen Fußmarsch ins Hotel Spreewaldeck. Dort haben wir dann ein tolles Buffet mit leckeren Speisen genießen können. Danach haben wir den Abend gemütlich ausklingen lassen. Gegen Mitternacht kamen wir wieder in Eisenberg an. Und es fiel natürlich auch eine Last von den Azubis, denn unser Projekt "Betriebsausflug" war geglückt. Unsere Kollegen verließen zu unserer Freude den Bus glücklich und zufrieden. Mir persönlich hat das Azubi Projekt sehr viel Spaß gemacht und ich denke auch, dass es nicht die letzte Bankveranstaltung gewesen ist, die von uns Auszubildenden geplant wurde. 
Viele Grüße Euer Simon